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Indianer in Nordamerika   -   Religion

Der Sonnentanz

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Sonnentanz

Für die Völker der Plains / Prärien war der Sonnentanz ein heiliges Ritual. Die Indianer, zu denen  z. B. Stämme wie die Arapaho,  Blackfeet,  Cheyenne,  Crow und Sioux gehörten, sahen in dieser Art von Religion einen „Weg zur Erneuerung der Welt“.

 

Im Mittelpunkt stand ein heiliger Baum, der die Sonne darstellte. Dieser Sonnenpfahl stand größtenteils in einem eigens dafür errichteten Zelt., dessen Öffnung nach Osten zeigte. Die Cheyenne beispielsweise stellten ihre Tipis kreisförmig um den Baum auf, der Kreis blieb nach Osten offen.

 

Die 4 Tage und 4 Nächte andauernde Zeremonie fand einmal im Jahr (Juni / Juli)  bei der Zusammenkunft der Indianer zur gemeinsamen Büffeljagd, statt. Der Sonnentanz, an dem meist junge Krieger teilnahmen, war teilweise mit unbeschreiblichen Selbstquälereien verbunden.

 

Für die Teilnehmer galten besondere Bedingungen. Dazu gehörten u. a. der Verzicht auf Essen und Trinken, Schwitzen sowie stundenlanges Tanzen um den Sonnenpfahl.

 

Am letzten Tag dieses religiösen Festes erreichte der Sonnentanz seinen Höhepunkt. Die Indianer, die sich für die Selbstmarterung entschieden hatten, wurden mit dem Sonnenpfahl verbunden, an dessen oberen Ende Lederriemen befestigt waren. An den Riemen waren Holzpflöcke befestigt, die den Teilnehmern in die Brust oder den Rücken getrieben werden.

 

Die Männer tanzten stundenlang um den Baum, begleitet von Trommelschlägen und monotonen Gesängen, bis sich die Holzpflöcke aus dem Fleisch lösen.

 

Bedingt durch die Enthaltsamkeit (Speisen und Getränke), stundenlanges Tanzen und die selbst auferlegten Qualen fielen die Krieger in Ohnmacht und bekamen Visionen, was auch der Sinn dieser Rituale war.

 

Seinen Höhepunkt erreichte der Sonnentanz im 19. Jahrhundert und im Jahre 1881 wurde das Piercing verboten. Für die ausübenden Völker bedeutete dies einen derben Rückschlag, da nach Auffassung der Indianer ohne die Marterungen die ganze Zeremonie unwirksam war. Einige Stämme störte dieses jedoch nicht weiter und sie übten ihre Religion im geheimen aus.

 

Auf Betreiben der Missionare wurde das Fest im Jahr1904 von der amerikanischen Regierung sogar ganz verboten, erst 30 Jahre später (1934) war das Piercing erneut gestattet. Das religiöse Ritual blühte jedoch erst in den 60-er Jahren des 20. Jahrhunderts wieder auf.

 

In der heutigen Zeit gehört der Sonnentanz zur Kultur der Plains-Indianer und wird in den Wohngebieten dieser Völker, teilweise als Touristenattraktion, praktiziert. 

 

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by  Horst Hubl   2006

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