www.hohu.de

Indianer in Nordamerika   -   Stämme

Die Navaho   (Dine)

Home

Impressum

 

Indianer

Besiedlung

Häuptlinge

Kriege (Indianer)

Kulturen

Kulturregionen

Religion

Sprachen

Stämme

Wohnungen

 

Navaho-Mädchen

 

Die Stämme der Navaho lebten im Südwesten von Nordamerika (Arizona, Colorado, New Mexiko, Utah) und gehörten zu den Athapasken, die wiederum der NaDene-Sprachfamilie zugeordnet werden.

 

Die traditionelle Behausung dieser Indianer, die man auch Navajo oder Dine nannte,  war der kuppelförmige Hogan..

 

Einer ihrer bekanntesten Häuptlinge war Manuelito.

 

Im 13. Jahrhundert wanderten die Navaho, die mit den Apachen verwandt waren, von Kanada aus in den Südwesten der USA.

Sie lebten zuerst von der Jagd, aber auch von Raub und Überfällen auf andere Stämme.

 

Durch die Lebensweise der Pueblo-Indianer, die sehr unter dem kriegerischen Volk zu leiden hatten und auf Drängen von Missionaren wurden sie halbsresshaft.

 

Die Ureinwohner entwickelten sich im Laufe der Jahre zu Ackerbauern, bauten Obst, Gemüse, Mais und Melonen an und züchteten Schafe und Ziegen, das Pferd kannten sie durch die Spanier.

 

Von den Pueblo-Stämmen, deren Gefangene sie als Sklaven hielten, erlernten sie die Webkunst. Decken, Kleidung und Teppiche wurden aus Schafwolle gefertigt. Die Navaho-Frauen gelten heute als die besten Weberinnen von Nordamerika.

 

Sie erlernten die Korbflechterei und die Töpferei. Die spanischen Eindringlinge brachten ihnen nicht nur den Sklavenhandel bei, sondern auch die Herstellung von Silberschmuck, der heute noch weltberühmt ist..

 

Mit den weißen Eindringlingen gab es immer wieder Streitigkeiten. Im Jahr 1848 unterzeichneten die Dine bei Bear Springs einen Friedensvertrag mit der US-Regierung, der den Siedlern freies Geleit durch ihr Gebiet garantierte. Aber da nicht alle Häuptlinge diesen Kontrakt unterschrieben hatten, kam es immer wieder zu Überfälle auf die Siedlertrecks.

 

1859 schlug die US-Armee zurück. Sie vernichte die Felder und Obstplantagen des ganzen Stammes, raubte alle Pferde, Schafe und Ziegen, um so die Indianer auszuhungern, was auch gelang und es kam zum Krieg

 

Die Navaho zogen sich in den Canyon de Chelly, eine Art Festung zurück. Im Winter 1863 / 1864 wurde der hungernde und frierende Stamm von den Soldaten aufgespürt und vernichtend geschlagen. Über 8.000 von ihnen wurden gefangengenommen und in die Forts Canby und Wingate gebracht.

 

Noch im Winter 1864 begann wohl das traurigste Kapitel in der Geschichte der Dine. Diese Tragödie ist unter den Namen Der lange Marsch bekannt.

Die Indianer wurden gezwungen, 480 km zu Fuß nach Fort Sumner in das Bosque Redondo Reservat am Pecos-River (New Mexico) zu gehen.

 

Viele Kinder und Alte überlebten diese Strapazen nicht und auch die Zustände in diesem unfruchtbaren Land, raffte innerhalb weniger Jahre 25 % des Volkes dahin. Sie starben an Unterernährung und an Krankheiten wie Blattern, Cholera, Lungenentzündung und der Pest.

 

Im Mai 1868 traf eine Delegation der US-Regierung in der Reservation ein, um sich über die menschenunwürdigen Missstände zu informieren. Am 1. Juni 1868 wurde ein neuer Friedensvertrag unterzeichnet, der von den Navaho bis heute eingehalten wurde.

Für die Rückkehr in ihre ursprüngliche Heimat, den Canyon de Chelly, bekamen sie als Entschädigung für ihre zerstörten Felder und ihr abgeschlachtetes Vieh Lebensmittel und Schafe. Die Indianer verpflichteten sich, nie wieder Waffen zu besitzen und ihre Kinder in die Schulen der Weißen zu schicken und mit den Siedlern in Frieden zu leben.

 

Im 2. Weltkrieg kämpften 3.000 Dine als Funker auf Seiten der USA. Nachdem die Japaner den amerikanischen Geheimkode entziffert konnten, wurden Mitteilung in der Sprache der Dine weitergegeben. Japanischen Experten gelang es bis Kriegsende nicht, diesen Code zu knacken.

 

1990 gab es im Reservat ca. 220.000 Stammesangehörige (Selbstzuordnung), das zu Arizona, New Mexico und Utah gehört. Der Zutritt ist auch heute noch nur mit Genehmigung der Navaho erlaubt..

 

Mitte des 20. Jahrhunderts fand man auf dem Gebiet der Dine, das flächenmäßig das größte Reservat in Nordamerika ist, Erdöl, Erdgas und Uran.

 

Aber auch die Pferde- Rindern- und Ziegenherden, die Schafezucht, die Herstellung von Kunstgegenständen wie reisfeste Decken, Keramik und Körbe und der weltberühmte Silberschmuck sowie der Fremdenverkehr machten aus den Navaho die reichsten Indianer von Nordamerika.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seitenanfang

zurück zur Liste der Stämme

by  Horst Hubl   2006

Inhaltsverzeichnis für alle Indianer-Seiten